# Fiktion und Wirklichkeit_22

Samstag, 10. Februar 2018

Große Freude. Mein vierter Roman geht in die letzte Überarbeitungsphase. Ich treffe mich auf der Leipziger Buchmesse mit meinen beiden Verlegern und meiner Lektorin zum Abendessen. Wir haben uns schon lange nicht mehr persönlich gesehen.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Mit C. im Opacafé in Starnberg getroffen. Wir nennen es Opacafé, weil dort viele alte Damen sitzen. Und um diese nicht zu diskriminieren hat C. das Café Opacafé getauft. Wir reden über sein Romanprojekt, den Timmendorfer Strand, eine Seebestattung, eine Reise mit der Harley nach Marokko. Ich reise gedanklich mit an die Ostsee, nach Marokko und überlege wie es wäre, würde ich alles stehen und liegen lassen und aufbrechen ins Unbekannte.

Donnerstag, 15. Februar 2018

E., die im Januar verstarb, hat sich im Traum von mir verabschiedet. Sie kam mit der U-Bahn an. Sie war unversehrt als sie aus der U-Bahn stieg. Sie wunderte sich, dass sie wieder laufen konnte, war noch etwas wackelig. Ich hackte sie unter und begleitete sie zur Treppe nach oben. Oben startete ihr Anschlusszug. Ich führte sie ein paar Stufen hoch. Sie lachte und staunte über ihre Unversehrtheit, dann ging sie allein nach oben ins Licht.

Das Leben lacht weiter. Der Satz begleitete mich während ihrer Beisetzung. Ihr hätte er gefallen. Sicher.

Freitag, 16. Februar 2018

R. hat Geburtstag. Neunzig. Als wir am Abend mit Sekt anstoßen, sagt sie, ihren ersten Sekt habe sie mit sechzehn Jahren getrunken. Ich frage, was der Anlass war. Sie wisse es nicht mehr. Kann sein ihr Geburtstag. Schließlich habe sie früher ja auch schon Geburtstage gehabt.

Erste Blüten im Garten.Schneeglöckchen. Schneerosen. Ein namentlich unbekannter Strauch.

Samstag, 17. Februar 2018

Freddy mailt aus Belgien. Er schreibt von einem imaginären Winterwald, einem imaginärem Gasthaus mit Kamin. Und er tritt ein in meine Klenová-Welt, in der ich im September weilte, schreibt die Geschichte weiter.

Wir erfahren, dass O. und seine Freunde in Peru mit einem Messer bedroht wurden. Leben gegen Geld und mobil phone. P. zuckt zusammen, als er das hört. Wir hören die Sprachnachrichten von O. ab. Sein erster Tag in Kolumbien. Bogota. Es tut gut die Stimme von O. zu hören.