#Fiktion_Wirklichkeit_38

Freitag, 11. Oktober 2019

Die Welt ist voller Wut. DAS!!! Unternehmen ist voller Wut. Facebook ist voller Wut. Der Mensch ist voller Wut. Mein Osteopath sagte meine linke Körperhälfte sei voller Wut. Diagnose WWUUTT. Darauf im Café Eybel zwei Espresso mit zwei Eybel Pralinen verspeist. Wut verflüssigt sich. Gefäße weiten sich. Keine Ahnung was die folgenden Tage und Wochen mit der Wut passiert.

Montag, 14. Oktober 2019

Sibylle Bergs Texte sind voller Wut. GRM. Grime. Brexit. grrrrmmmm. iiiii.

Es wird gesagt, Peter Handke sei voller Wut. Finde keine Wut in seinem Text „Mein Jahr in der Niemandsbucht“. Ein Buch über die Verwandlung des Ich-Erzählers. Wut. Zerstört. Zerstörung geht Verwandlung voraus. Dann. Neues. Sagt man.

Immer noch Montag. In der digitalen Welt haben wir keinen Schatten. Im physikalischen Sinne gemeint. Wo Licht ist, da ist Schatten. Nicht in der digitalen Welt. Nicht in Social Media. Geister haben auch keine Schatten. Sterne sind verglüht, obwohl wir sie noch sehen können

Samstag, 19.10.2019

Wir sitzen im Stieler Haus im Wintergarten am Tegernsee. Hergelockt durch Diana Hillebrandts Caféhausbuch, bei deren Lesung im Volk Verlag in München wir kürzlich waren. Wir sitzen im Wintergarten, der das wenige Licht des leidlich warmen trüben Herbstages durchlässt. Die Bedienung trägt ständig Tabletts beladen mit Bier und Kaffee durch den Wintergarten ins Innere des Hauses. Aus den Kucheln und Stuben hört man Mämnnerstimmen, lachen von Frauen. Auf meinem Weg durch die Stuben und Kucheln zur Toilette begegne ich keinem Menschen, nur leere Tische, ungedeckt und Stühle. Geisterhaft das Ganze.