Mittwoch_21_1_2026
Die Tierspuren im Schnee auf der Wiese laufen auf Bäume zu. Den Walnussbaum. Den Apfelbaum. Gestern lief ich über den harschen Schnee, der die Wiese bedeckt, auf den Teich, an dem eine Linde und eine Eiche steht, zu. Beide über hundert Jahre alt. Unter den Bäumen braune Erde und Laub, auf das die Sonne scheint. Auf diesem Stück Erde wollte ich in der Sonne stehen. Meine Spruen führen nun auch, wie die Spuren der Tiere, auf Bäume zu.
Samstag_24_1_2026
In einem Filmausschnitt habe ich gesehen wie Heinrich Böll die Spitze seines Füllers aufs Papier setzt und ganz langsam Buchstabe für Buchstabe schreibt. Langsam und bedächtig, als fließe der Gedanke langsam durch seine Arme, die Hände, die Finger in den Füller und tropfe als Buchstabe, Wort und Geschichte aufs Papier. Meine Gedanken rasen, mein Füller rast über das Papier, flüchtig die Buchstaben, verwaschen. Mich drängen all die Aufgaben, Herausforderungen des Alltags. Schnell das Laufen, das Denken, das Reden, das Essen, das Trinken, das Atmen, um später Zeit zu haben zum Schreiben. Was wäre, wenn ich wie Heinrich Böll die überwiegende Zeit des Tages hätte, um Gedanken langsam aus mir herausströmen zu lassen, zuzuschauen, wie sie zu Geschichten werden.