Donnerstag_13_August_2026

6 Uhr in der Früh ein lautes Motorgeräusch vom Hof gegenüber. Langsam bewegen sich Autolichter auf dem Weg vom Hof auf die Straße zu. Zwei Fahrzeuge, die langsam mit aufheulenden Motoren auf die Straße einbiegen. Tiertransporte. Eine Prozession. Als ich eine halbe Stunde später mit meinem Auto in Richtung Bundesstraße nach Cham fahre, sind vor mir wieder zwei langsam fahrende Fahrzeuge. Tiertransporte. Andere. Ein SUV mit einem Anhänger für Tiertransporte. Ein Tiertransporter. Eine Prozession, wie die, die ich vom Fenster aus beobachtet hatte. Ein frischer klarer Augusttag. Auf den vertrockneten Wiesen liegt dieses besondere Licht, in dem der Sommer wohnt, aber auch schon ein Hauch Abschied vom Sommer. Ein klarer heißer Sommertag mit fast 30 Grad liegt vor uns. Die Tiere werden in den Schlachthof gefahen. Zum Notschlachten. 

Freitag_11_September_2026

Der Hof gesegnet – violett von Abendlicht – strahlt von Ost nach West. 

Samstag_13_September_2026

Es wird gesagt, dass in zehn Jahren die KI die Menschheit töten könnte. Dass heißt es gibt dann keine Menschen auf der Erde, niemanden der Kunst betrachtet, Bücher liest. Ein erschreckender Gedanke, denn es verschwinden mit den Menschen wunderbare Dinge, wie die Liebe, die Freude am Leben, an der Schönheit des Lebens. Aber es ist auch entspannend: Wozu anstrengen? Wozu Bücher schreiben, wenn es niemanden mehr gibt, der sie liest. Das Leben vom Ende der Menschheit betrachtet – das ist anders, als das Leben vom eigenen Ende betrachtet. Bei ersterem ist vieles nicht mehr wichtig: Dieses immer mehr, immer weiter, immer schneller. 

Montag_28_September_2026

Von einer Lesung mit Bernhard Setzwein einen Satz mitgenommen, und zwar aus seinem Roman „Der böhmische Samurei“:

„Wenn wir schon sterben müssen, dann wenigstens unbescheiden.“, lässt der Erzähler die Figur Graf Hansi sagen. 

Der Satz passt zu meinem Sommerbeobachtungen: Dem Tod, der sich im Sommer versteckt.