# Fiktion und Wirklichkeit_31

Dienstag, 13. November 2018

Notate

Im Krankenhaus

Früh 8 Uhr. Nur wenige Menschen laufen um diese Zeit durch die Eingangshalle des Krankenhauses Agatharieds. Durch die großen Glasfronten fällt graues Morgenlicht. Plötzlich taucht ein junger Mann auf. Er lauft mit großen sicheren Schritten durch die Halle. Er trägt einen leeren Autokindersitz, einen Maxi Cosi für Babys. Er holt seine Frau mit dem neuen Menschen, um ihn in sein Leben zu tragen.

Zwanzig Minuten später, läuft der junge Mann mit seinen großen Schritten und dem leeren Maxi Cosi durch einen Glasgang im zweiten Stock, der die Stationen verbindet. Er ragt groß und gerade über die Putzfrauen, die nach vorn gebeugt ihre Putzwagen an ihm vorbeischieben, hinaus. Jetzt wirkt er wie ein Don Quiotte auf der ewigen Suche nach dem neuen Menschen.

Mittwoch, 14. November 2018

Notat

Vorm Krankenhaus

9.30 Uhr. P. und ich verlassen das Krankenhaus Agatharied. P. atmet tief die frische Morgenlauft ein. Zwei Taxis parken auf den Taxiparkplätzen ein. Ein Leichenwagen fährt langsam ein Stück die Auffahrt zur Notaufnahme entlang und verschwindet in einer Seiteneinfahrt, die zum unteren Bereich der Klinik führt. „Die holen jemanden“, sagt P. und seufzt. „Ja, sie werden vermutlich niemanden bringen“, sage ich.